Archiv des früheren intakt-Forums (schreibgeschützt, Beiträge bis 2020) · Zum aktuellen Forum: community.intakt.info · www.intakt.info

Servus miteinander

Mimzy 13.10.2008, 17:30#1
Meine Freundin hat einen 6-jährigen Sohn, der an Morbus Alexander(degenerative Nervenerkrankung/Demyelinisation,geistige Retardierung) erkrankt ist.Hauptproblem momentan ist ein durch die Erkrankung verursachter Hypotonus der gesamten Muskulatur und eine Dystrophie derselben. D.h.Das Kind kann nur mit Hilfe von einer weiteren Person oder bestimmten Hilfsmittel sitzen, stehen laufen. Jede längere Erkrankung,infolge der das Kind seine Muskulatur nicht trainieren kann, führt über kurz oder lang dazu, daß erworbene motorische Fähigkeiten nicht mehr funktionieren.
Momentan befindet sich das Kind mit seiner Mutter in einer Reha-Klinik und es können erste gute Erfolge durch harte Arbeit verbucht werden. Nun sind zur Sicherung des Therapieerfolges ein Stehständer und ein paar weitere therapeutische Geräte, wie zBsp. ein spezieller Gehwagen notwendig.
Unsere Erfahrungen mit den Kassen sind wie üblich nicht die Besten.ZBsp.mußten wir auf einen entsprechenden Rollstuhl ca.1/2 Jahr lang warten.Ein spezieller Kindersitz für das Auto wurde mit der Begründung abgelehnt ,daß behindertengerechtes Sitzen für dieses Kind nicht erforderlich wäre uswusf.
Bisher haben wir dann durch "Einsprüche" immer noch das bekommen, was das Kind gebraucht hat.
Nun ist es aber so, daß wir durch die Verzögerungstaktiken der Kassen den mühsam erworbenen Erfolg durch die Reha gefährdet sehen.
Vor 4 Wochen wurde ein Stehständer zum Training der Muskulatur beantragt.
Die Pflegekasse, zuständig für Hilfsmittel in diesem Fall, hat dann den Antrag zur Beurteilung dem MDK weitergeleitet.
Bisher haben wir noch keinen Bescheid erhalten. Dabei wollen wir keine spezielle Neuanschaffung. Ich bin überzeugt, daß in den Pools der Kassen entsprechende Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Oh Mann, das kann's doch nicht sein, daß man soviel Kraft und Energie in die Entwicklung seines behinderten Kindes steckt und diese wird nicht honoriert, geschweige unterstützt. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, den Kassen wäre ein Pflegefall im Bett lieber. Dann müßten sie nicht soviel bezahlen.:grantel:
Vielen Dank Gesundheitskassen!!!
Weiß jemand von euch Rat, wie man den Prozeß beim MDK beschleunigen kann?
Wie sieht die gesetzliche Situation in diesem Falle aus?
Warum ist im SGB P.9 A14 der Ablauf einer Genehmigung für Hilfsmittel und Maßnahmen so genau geklärt, währen im SGB P. 11 diesbezüglich nichts vorzufinden ist?.:kopfkratz:
Danke im Voraus
Inge 13.10.2008, 19:27#2
AW: Servus miteinander

Hallo Mimzy,

es ist leider üblich, dass die Krankenkassen Anträge über Hilfsmittel ablehnen oder die Versorgung hinauszögern, um Geld zu sparen.
Eine Möglichkeit, die ich immer wieder nutze: schriftlich nachfragen, sehr freundlich bleiben und zum Schluss den Satz anfügen:
Ich bitte Sie um eine möglichst rasche und positive Entscheidung um weitere - vermeidbare - gesundheitliche Beeinträchtigungen für meine Tochter zu vermeiden.
Für eventuelle Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne telefonisch unter der Telefon-Nummer ....... zur Verfügung
Sandra_D 13.10.2008, 21:23#3
AW: Servus miteinander

Hallo Mimzy,

Leider ist es normal, das man lange warten muß. in vielen Fällen ist es wirklich ratsam (immer freundlich) bei der Krankenkasse nach zu fragen wie der Stand der Dinge ist.

Bei dringenden Hilfmittel hat es uns stets genützt, genau zu erklären (ich habe es immer schriftlich gemacht) warum es dringend (schnell) erforderlich ist. Z.B. Sauerstoffabfälle, Schmerzen beim Kind, Schreikrämpfe usw.! Hat uns schon sehr geholfen schnell und unkompliziert an die Dinge heran zu kommen.

In manchen Fälles ist es besser einfach zu warten. Ich warte schon seit Mai auf eine Gehhilfe für meine Tochter. Habe schon gar nicht mehr damit gerechnet.

Leider müssen wir für unsere Kinder besonders viel Geduld haben, sei es bei der Wartezeit bei Ärzten oder bei der Bearbeitung der Anträge.

Ich wünsche euch viel Glück und das eure Geduld nicht so hart auf die Probe gestellt wird.

Viele liebe Grüße

Sandra