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24 Wochen - Spätabtreibung

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    24 Wochen - Spätabtreibung

    Wie ist das eigentlich wenn man erfährt, dass das kleine Lebewesen im Bauch eine schwere Behinderung haben könnte und diese Befürchtung sich am Ende bewahrheitet. Wie geht man mit dieser Konfrontation um? Gestern Abend im Unterhaltungsprogramm der ARD konnte man ein klein wenig in so eine Erfahrung auf unterhaltungsebene hineinschnuppern. Natürlich ging da alles gut aus und der TV-Genußmensch freut sich nun mit der Sachsenklinik auf ein happy end.

    Aber was ist, wenn es wirklich eintritt, dieser eine Satz fällt:" ihr Kind hat eine schwere Behinderung" ? Wie gehen Frauen/Männer/Familien/Eltern damit um?
    Was fühlt eine Mutter, die ein betroffenes Kind "ihr" Kind unter dem Herzen trägt?

    Es gibt den Film 24 Wochen. "Die Frau muss hier über das Leben ihres Kindes entscheiden"

    Die junge Filmemacherin Anne Zohra Berrached hat mit "24 Wochen" ein Drama über eine Spätabtreibung gedreht. Sie weist auch darauf hin, dass über dieses Thema, viel zu wenig geredet wird. Ich persönlich war einmal in der gleichen Situation und weiß auch, wie man sich fühlt. Ich weiß auch wie es ist, wenn man sich für das Kind entscheidet und wie die Zeit danach weiter geht. Ich weiß aber auch, dass ich selbst in meiner damaligen Situation niemals mit jemanden anderen darüber gesprochen hätte, als mit meinem Kind selbst. Ich kann wohl meinem Kind nicht in die Augen schauen, weil ihm nur ansatzweise welche ohne jeglichen Sehrest geblieben sind, aber ich kann sagen, dass mein Kind lachen und glücklich sein kann. Nicht immer, denn die Voraussetzung für ein erfülltes und auch glückliches Leben eines erwachsenen Menschen mit schwerer Behinderung ist immer nur so gut, wie wir es ihm von der Gesellschaft zugestehen.

    Als Mutter kann ich ihm und nur ich allein, das Leben schenken. Ich kann es begleiten und beschützen, solange ich atme. Aber das Umfeld gestalten ab einem gewissen Alter andere Menschen, andere Verantwortliche aus Einrichtungen und die Leistungsträger und am Ende eben die Gesellschaft selbst.

    Und wenn man damit konfrontiert wird, dass man ein Kind bekommt, welches sich vielleicht niemals gegen all die Paragraphen und Vorschriften, Genehmigungen und medizinischen Versuche wehren kann, ist es eine an sich unvorstellbare Situation.

    Emotional wird hier sehr viel in Gang gesetzt. Wir sollten anfangen, darüber zu reden. Wir alle machen uns schuldig wenn wir wieder anfangen darüber nachzudenken, was lebenswert ist und was nicht. Wer aufgrund seiner Behinderung abgetrieben wird und wer heranwachsen darf.

    Ich werde mir den Film nicht anschauen. Ich habe es selbst erlebt, vor dieser Entscheidung zu stehen. Emotional würde ich mich überfordern. Von der sachlichen Seite bin ich voll im Einsatz genau für die Menschen da zu sein, die solch eine Diagnose überlebt haben.

    Hier kommt ihr zu dem Artikel von Zeit Online und dem Interview mit Martin Schwickert

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