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Durch Behinderung ein Patient zweiter Klasse?

Inge 13.11.2013, 14:01#1
[...] Nicht nur für niedergelassene Ärzte, auch für Krankenhäuser rechnen sich Patienten mit Behinderung in der Regel nicht. Denn durch das Fall-Pauschalen-System sind zeitaufwändige Patienten teure Patienten. Und auch in der medizinischen Nachsorge haben Menschen, die in Wohngruppen für Behinderte leben, das Nachsehen. Denn die häusliche Krankenpflege, die die Krankenkassen für nichtbehinderte Patienten anstandslos bezahlt, wird ihnen vorenthalten. Die Begründung der Kassen: Eine Wohngruppe sei kein Zuhause.
Quelle und kompletter Text: NDR


NDR Info | Das Forum | 13.11.2013 | 20:30 Uhr
MDS 13.11.2013, 16:24#2
AW: Durch Behinderung ein Patient zweiter Klasse?

Hallo Inge,
so ganz richtig sind die Aussagen nicht:

Im Krankenhaus werden eine Reihe von Diagnosen und Begleiterkrankungen von Menschen mit Beeinträchtigungen als schweregradsteigernd berücksichtigt und führen in einigen (nicht allen) Konstellationen schon dazu, dass es zu höherer Fallpauschale kommen kann. Wenn sich Krankenhäuser selbst an der Kostenkalkulation des INeK (Institut für Entgelte im Krankenhaus) mit ihren Echt-Kosten beteiligen würden und hierbei für Menschen mit Beeinträchtigungen den oft gravierenden zeitlichen Mehraufwand personbezogen sauber erfassen würden, dann fände damit zumindest im Folgejahr eine Refinanzierung des erhöhten Aufwands entweder direkt über behinderungsassoziierte Diagnosen statt, oder über den finanziell auf alle Patienten der Fallpauschale umgelegten Mehraufwand.

Ich will sagen: Das Fallpauschalen-System gäbe einige Möglichkeiten her, dass Krankenhausbehandlung von Menschen mit Beeinträchtigungen besser refinanziert wird. Eine Pauschalaussage, dass Menschen mit Behinderung finanziell im Fallpauschalensystem _nicht_ berücksichtigt seien, stimmt nicht.

Pflegeversicherung von Menschen mit Beinträchtigungen, die vollstationär (in Wohnheimen mit Eingliederungshilfe) wohnen: wird momentan wohl intensiv bei den Koalitions-Verhandlungen diskutiert (mit sehr unklarem Ausgang);

Herzliche Grüße,
Wolfgang