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Inklusion

Myriam 25.10.2012, 17:59#1
Hallo zusammen,

folgende Buchvorstellungen zum Thema Inklusion habe ich in der Broschüre "Wissen Inklusion" von Aktion Mensch gefunden;


WANDEL

Der Inklusion gehört die Zukunft - und wie sah das in der Vergangenheit aus? Ein Blick in die Geschichte, von der Krüppelzählung bis zur Pränataldiagnostik.

Behinderung. Chronik eines Jahrhunderts

von Christian Mürner und Udo Sierck. Juventa Verlag


und ein zweites zum Thema:


Ermutigung

Jutta Schöler greift Ängste von Eltern und Lehrern und Sonderpädagogen auf und schildert, wie man ihnen begegnen kann. Elf Behinderungsarten sind eigene Kapitel gewidmet.

Alle sind verschieden

von Jutta Schöler. Beltz Verlag

Ich habe mir auch vor kurzem ein Buch aus dem Lebenshilfe Verlag besorgt. Es trägt den Titel:

Recht auf Teilhabe

und ist ein Wegweiser zu allen wichtigen sozialen Leistungen für Menschen mit geistiger Behinderung. Der Ratgeber stellt u.a. die in den Sozialgesetzbüchern verankerten Leistungsrechte dar, geht auch auf die unter dem Begriff "Nachteilsausgleich" zusammengefassten Leistungen, sowie auf die für Menschen mit geistiger Behinderung überaus wichtigen Fragen zur persönlichen Rechtsausübung ein. (ISBN 978-3-88617-538-3)
hansgerdreinke 27.04.2013, 15:45#2
AW: Inklusion

Zeitschrift für Inklusion

Editorial zum Heftthema Begriff Inklusion


Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns, Ihnen hiermit die Ausgabe 4 / 2012 der Zeitschrift Inklusion-Online präsentieren zu können. Einen inhaltlichen Schwerpunkt dieser Ausgabe bildet die Frage, welche Rückwirkungen die unterschiedlichen politischen und pädagogisch-praktischen Aktivitäten im Zuge der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf das herrschende Begriffsverständnis von Inklusion haben. Eine der kommenden Ausgaben wird sich dann expliziter mit der theoretischen Begriffsbildung von Inklusion aus einer interdisziplinären Perspektive befassen.

Ulrich Wehner entwirft ein Konzept der inklusiven Elementarpädagogik mit kritischem Anspruch. Dieser Entwurf setzt sich sowohl ab von mündigkeitszentrierten klassischen elementarpädagogischen Bildungstheorien als auch von vorgeblich wertfreien aktuellen Grundbedürfnistheorien oder neurodidaktischen Ansätzen. Ulrich Wehner spricht sich für eine Zweiteilung pädagogischer Theoriebildung in eine Generationelle Pädagogik und eine Individualpädagogik aus, wodurch eine Verbindung zwischen selbstständiger Orientierung und kollektiv ausgerichteter Erziehungs- und Bildungspraxis ermöglicht wird. Bildung wird dadurch als ein qua Geburt vorhandenes Menschenrecht verstehbar, das sich in Erziehung zu Glück und Gerechtigkeit manifestiert.

Der Beitrag von Julie Allen nimmt die Inklusionsbemühungen in Europa in den Blick und stellt dabei höchst unterschiedliche Ausgangspositionen fest, was das Verständnis von Inklusion anbelangt, das aus der UN-Behindertenkonvention (gesellschafts)politisch jeweils abgeleitet wird. Untersucht werden die Veränderungen im politischen Denken, die den beobachtbaren Aktivitäten in Europa zugrundeliegen. Darüber hinaus geht es um die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Verhältnis von Inklusion und Exklusion. Welche Schlussfolgerungen und Perspektiven ergeben sich daraus für die weitere Entwicklung in Bezug auf inklusivere Verhältnisse im europäischen Maßstab?

Monika Wagner-Willi und Tanja Sturm präzisieren den Begriff schulischer Inklusion aus Sicht einer praxeologischen Wissenssoziologie. Rekonstruiert werden Inklusions- und Exklusionsprozesse in schulischen Organisationsmilieus. Zur Reflexion schulischer Inklusionspraxis gehört die Berücksichtigung der komplexen Situation von Unterrichtsmilieus – neben der Peerkultur sind hier auch kollegiale Kulturen und die Bildungsinhalte und Lernziele einzubeziehen.

Die Integrationsentwicklung in Österreich nahm ihren Ausgangspunkt in der Segerationspraxis, die bis in die 1990er Jahre dominierte und mündete 1993 in der Verankerung eines Elternwahlrechts. Aus den Sonderschüler/-innen wurden damit Schüler/-innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die sowohl Regel- als auch Sonderschulen besuchen konnten. Ewald Feyerer stellt sich in seinem Beitrag die Frage, inwieweit die durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch Österreich erfolgten Maßnahmen, die nun auch in einen nationalen österreichischen Aktionsplan münden, über die bisherige Integrationspraxis hinausweisen. Thematisiert werden sowohl politische Perspektiven als auch die empirische Forschung zum Stand der Integration in Österreich.

Toni Simon geht in seinem Beitrag der Frage nach, wie sich Sachsen-Anhalt auf dem Weg zur Inklusion mittlerweile darstellt und präsentiert. Auf der Basis statistischer Befunde insbesondere des Statistischen Landesamts Sachsen-Anhalt beleuchtet er die bisherige Entwicklung und berechnet Integrations- und Separationsquoten im Primarbereich des Schuljahres 2011/12. Anschließend wird das idealtypische Bild einer inklusionsorientierten Grundschulklasse im Rahmen einer Schule für alle entworfen. Hieraus leitet der Autor Grundzüge einer (erforderlichen und überfälligen) inklusionsorientierten Lehramtsausbildung ab.

Einen umfangreichen Beitrag zu Anlage und Ergebnissen eines empirischen Forschungsprojekts über die Gelingensbedingungen für den Ausbau gemeinsamer Beschulung (schulische Inklusion) und Sicherung des bestmöglichen Bildungsangebots von Schülern mit dem Förderbedarf körperliche und motorische Entwicklung, das im Auftrag der Abteilung Schulen des Landesverbands Rheinland am Lehrstuhl Sonderpädagogik II /Körpernbehindertenpädagogik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg durchgeführt wurde, legen Reinhard Lelgemann u.a. vor. Die Autor/-innen weisen darauf hin, dass in integrativen Lernsituationen spezifische Unterstützungsbedürfnisse insbesondere von Schüler/-innen mit körperlichen und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen differenziert zur Kenntnis genommen werden müssen. Die vorgestellte Untersuchung stützt sich u.a. auf die Befragung von Eltern und deren Kinder an Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung.

Einen Essay zu einer kulturellen Begründung inklusiver Bemühungen legt Stefan Schache vor. Demnach reichen administrative Veränderungen allein nicht aus, um Inklusion über Kopf und Bauch der Menschen zum Tragen kommen zu lassen. Gefordert wäre ein kultureller Wandel, der es ermöglicht, inklusive Haltungen zum Bestandteil von Identitätskonstruktionen zu machen. Stefan Schache skizziert eine „leibliche Perspektive“, die das (vermeintlich) Andere erlebbar werden lässt, einen gelingenden Dialog in der Begegnung ermöglicht und (erst) auf diese Weise Inklusion ‚begreifbar“ und „erfahrbar“ macht.

Irmtraud Schnell rezensiert eine Neuerscheinung von Reinhard Stähling und Barbara Wenders, die ein Praxisbuch zum Umbau des Unterrichts an inklusionsorientierten Grundschulen vorlegen.

Als Themenschwerpunkte der folgenden Ausgaben sind geplant