am 9. November 2011, 9.05 Uhr wird in der Reihe
„Volle Kanne“ des ZDF ein Beitrag
zum Thema "Geschwister behinderter Kinder" ausgestrahlt.
Dieser Beitrag entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Sozialverband VdK Bayern.
Weitere Informationen über dieses Thema gibt es bei:
www.geschwister-behinderter-kinder.de
und
http://vdk.de/cgi-bin/cms.cgi?ID=by185
und auf unserer Partnerseite finden Sie viele Antworten über die Rechte behinderter Kinder:
www.behinderte-kinder.deZDF: 16.11.2011 - um 9.05 Uhr - "Schattenkinder"
Die Schattenkinder
Geschwister, die hinten anstehen müssen
Geschwister von behinderten oder chronisch kranken Kindern sind in einer besonderen Situation. Mangelnde Aufmerksamkeit, weniger Zeit ¿ ohne es zu wollen, stellen die Eltern die gesunden Geschwister oft in den Schatten. Häufig müssen sie zurück stehen, da das behinderte, kranke Kind mehr Raum innerhalb der Familie einnimmt. [...]
Mehr Infos zum Bericht am 16.11. um 9.05 Uhr bei "Volle Kanne":
SchattenkinderAW: Geschwister behinderter Kinder
[...] Carl Wilhelm Mackes Bruder kam mit einem Geburtsfehler zur Welt. Das Laufen und Sprechen fielen ihm schwer. Schleppend und wackelnd schob er sich vorwärts. Man musste genau hinhören, um seine verwaschene Sprache zu verstehen. Die Spastik des älteren Sohnes bestimmte den Alltag der Familie Macke – und prägte das Leben seines jüngeren Bruders. »Meine ganze Erziehung war auf ein behindertes Kind zugeschnitten«, sagt er. [...]
Quelle und kompletter Text:
Zeit-OnlineAW: Geschwister behinderter Kinder
Hallo miteinander,
es kommt auch auf die Familienkonstellation an, wie Geschwister behinderter Kinder "gedeihen". Dass sie leiden, muss nicht unbedingt einen dauerhaften Schaden für die Seele bedeuten, leiden kann auch stark machen. Und in diesem Fall auch sensibler im Umgang mit anderen.
Ich kenne so viele Geschwister behinderter Kinder, die weder an Schulversagen, noch an Depressionen in der Kindheit litten und auch erwachsen als gesunde und selbstsichere Menschen durchs Leben gehen.
AW: Geschwister behinderter Kinder
Hallo Rosmarie,
wahrscheinlich leiden die Geschwister genau dem gleichen Ausmaß, wie die ganze Familie diskriminiert und behindert wird.
AW: Geschwister behinderter Kinder
wahrscheinlich leiden die Geschwister genau dem gleichen Ausmaß, wie die ganze Familie diskriminiert und behindert wird.
Schon das spricht für die Inklusion behinderter Menschen in allen Lebensbereichen. Aber um eine wirkliche Inklusion zu erreichen, muss die Gesellschaft lernen, Menschen mit Behinderung wertzuschätzen und nicht zu bemitleiden.
AW: Geschwister behinderter Kinder
Zitat von rosifi
Schon das spricht für die Inklusion behinderter Menschen in allen Lebensbereichen. Aber um eine wirkliche Inklusion zu erreichen, muss die Gesellschaft lernen, Menschen mit Behinderung wertzuschätzen und nicht zu bemitleiden.
So denkt man im allgemeinen: die Gesellschaft soll mal machen.
ich finde, ich als Eltern muss mich da auch mit einbringen und meine behinderte Tochter (bei mir) als Mensch ansehen mit der Krankheit Behinderung. Sie als gleichwertigen und gleichberechtigen Teil ansehen. Und auch so verhalten.
Ich schaue auch Menschen an, wenn sie irgendwie auffällig sind. So sind wir Menschen halt. deswegen diskriminiere ich sie aber nicht, das hätte dann was mit Antipathie zu tun und nicht weil er rot, schwarz oder krank ist.
Meine Einstellung war immer so und wahrscheinlich hat deswegen auch meine gesunde Tochter, die jünger ist als ihre ältere behinderte Schwester, kein Problem mit Behinderung gehabt. Ich habe sie extra noch einmal befragt, und die Behinderung ihrer Schwester war nie ein Thema, dass sie gehänselt oder sonstwie ausgeschlossen wurde.
lg Micha
AW: Geschwister behinderter Kinder
i
ch finde, ich als Eltern muss mich da auch mit einbringen und meine behinderte Tochter (bei mir) als Mensch ansehen mit der Krankheit Behinderung. Sie als gleichwertigen und gleichberechtigen Teil ansehen. Und auch so verhalten.
Hallo Micha,
da hast Du natürlich recht, dass erst einmal die Eltern gefragt sind. . Aber es ist um vieles leichter, wenn eine Gemeinschaft (oder "die Gesellschaft") eine positive und vor allem unverkrampfte Einstellung zu behinderten Menschen hat. Als Eltern kann man den Geschwisterkindern eine positive Einstellung mitgeben, aber es kommen auch viele Einflüsse von aussen (von unserer "Gesellschaft") und da ist es schon wünschenswert, dass diese wertschätzend gegenüber Menschen mit Behinderung sind.
Ich glaube auch, dass unsere Kinder gut mit der Behinderung ihrer Schwester zurechtkommen. Bestimmt nicht zuletzt wegen uns Eltern.
Aber ohne gesellschaftliche Akzeptanz - Freunde, Verwandte, Nachbarn, Lehrer und Mitschüler u.v.m. - wäre das nicht so gut gelaufen.
Und es läuft bis heute noch nicht bei allen und überall so gut, selbst wenn Eltern (fast) alles richtig machen. Und wenn "die Gesellschaft" sich ablehnend verhält, leiden die Geschwisterkinder.
Es ist leider ganz schnell passiert, dass man Eltern, deren nichtbehinderten Kinder massiv unter der Behinderung ihrer Schwester/ihres Bruders leiden, die Schuld und ihnen das Gefühl gibt, etwas vollkommen falsch gemacht zu haben.
AW: Geschwister behinderter Kinder
Hallo rosifi,
Es ist leider ganz schnell passiert, dass man Eltern, deren nichtbehinderten Kinder massiv unter der Behinderung ihrer Schwester/ihres Bruders leiden, die Schuld und ihnen das Gefühl gibt, etwas vollkommen falsch gemacht zu haben.
Tut mir leid, wenn ich dich durch meine Antwort verletzt habe.

Denn du stellst dich ja dem Thema und setzt dich mit ihm auseinander.
Ich kenne auch andere Eltern. Für denen ist "die Gesellschaft soll mal machen" eine Ausrede bei sich wegzuschauen. Das sind behinderte Menschen, die in Einrichtungen drin sind und für denen dann andere zuständig sind.
Für mich hat meine Tochter die Krankheit "geistige Behinderung". Dass sie damit etwas anders aussieht und sich anders benimmt, das gehört dazu. Es gibt auch andere Krankheiten, die sind halt versteckter oder gesellschaftlich akzeptierter. So wie ich meinen Beitrag zur Akzeptanz schwerer Behinderungen beitragen kann, tue ich das. Und das wirkt dann auch bei der Schwester.
Ich denke da gerade an meinen Mann: Er ist komplett anders als ich. Wer weiß´wie es wäre, wenn ich auch so scheu gewesen wäre.
viele Grüße Micha

AW: Geschwister behinderter Kinder
Hallo Micha,
verletzt habe ich mich jetzt nicht gefühlt, ich denke doch, es ist gut wenn wir hier diskutieren.

So wie ich meinen Beitrag zur Akzeptanz schwerer Behinderungen beitragen kann, tue ich das. Und das wirkt dann auch bei der Schwester.
Du setzt also wie ich auch den Artikel 8 der UN-Konvention "Bewußtseinsbildung" seit längerem um

. Auch wenn ich jetzt wieder nach "dem Staat" rufe, aber der müßte diesbezüglich wesentlich aktiver werden (stattdessen zettelt man lieber Neiddebatten an

).
Gerade in den skandinavischen Ländern sieht man, dass es durchaus Wirkung auf die Bevölkerung hat, wenn sich die Politik einmischt und Stellung bezieht.
Diese Wirkung zeigt sich aber nicht darin, dass man dort als Mensch mit Behinderung ständig hofiert, sondern ganz normal behandelt wird. Und diese Normalität wünsche ich mir hier auch.
AW: Geschwister behinderter Kinder
ach ja, Rosemarie,
ist schon irgendwie kurios: aus dem Arbeitsmarkt herrscht seit geraumer Zeit eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, Betriebe bezahlen lieber als Behinderte einzustellen und dann wollen wir eine Inklusion. Passt alles nicht zusammen.
Ob sich jetzt nur die Eltern stark machen oder nur die Gesellschaft ihren Beitrag leistet. Behinderte sind anders wie auch Ausländer, und je nach Grad werden sie "normal" behandelt oder diskriminiert. Incl. deren Geschwister und Eltern.
lg Micha
AW: Geschwister behinderter Kinder
Hallo Micha,
selbst wenn es noch nicht so aussieht, ich bin optimistisch, dass es mit der Inklusion klappen wird. Zumindest im schulischen Bereich und bei den alternativen Wohnformen sowie im Freizeitbereich gibt es erste Fortschritte.
Ich fürchte aber auch, dass es im Bereich "Arbeit" die größten Schwierigkeiten geben wird. Da müssen ganz neue Wege beschritten werden. Ich glaube aber auch, dass mit dem Geld, dass für Plätze in Werkstätten und TaFös ausgegeben wird, auch einiges außerhalb dieses Bereiches in Gang gesetzt werden kann.
Für uns alle ist das "Umdenken" ziemlich schwierig und deshalb kommen wir manchmal zu dem Schluss, dass Inklusion nicht funktionieren kann.
AW: Geschwister behinderter Kinder
Passend zum Thema möchte ich auf eine Veranstaltung hinweisen:
B 142/2012
Ich bin ein Geschwisterkind - Eine Erlebniswoche nur für Dich alleine
06. - 10.08.2012
Ingolstadt
Für Pferdefans besteht auch die Möglichkeit, auf Gut Aufeld hautnah den Reitstall und die Pferde zu erleben.
Mitmachen können Geschwisterkinder von 8 bis 13 Jahren
Ansprechpartner ist der
Landesverband der Lebenshilfe Bayern Frau Silke Gramann
AW: Geschwister behinderter Kinder
und noch eine weitere Veranstaltung, passend zum Thema:
B143/2012
Gekis hoch hinaus!
Abenteuerwoche für Jugendliche von Geschwistern mit Behinderung oder chronischer Erkrankung
28.08. - 03.09.2012
St. Englmar
In der angebotenen Woche geht es allein um die jugendlichen Geschwisterkinder, ihr Träume, Konflikte und Themen.
Zielgruppen sind Jugendliche im Alter von 12 - 16 Jahren mit einer Schwester oder einem Bruder mit Behinderung oder chronischer Erkrankung.
Ansprechpartner ist wie oben, der Landesverband der Lebenshilfe, Frau Silke Gramann
AW: Geschwister behinderter Kinder
kurze Zwischenfrage:
gibt es auch Angebote für erwachsene Geschwister von erwachsenen Behinderten?
Micha
AW: Geschwister behinderter Kinder
Hallo Micha,
schau mal auf dem Plan der Bildungs- und Erholungsstätte Langau unter
IRGENDWIE ANDERS
Seminar für erwachsene Geschwister von Menschen mit Behinderung
vom 4.05. - 6.05.2012
AW: Geschwister behinderter Kinder
Hallo,
das leiden der Geschwisterkinder geht uns Eltern immer tief zu Herzen. Noch schwerer wirds wenn die Geschwisterkinder ein gefährliches Hobby sich wünschen. Ich habe so sehr grosse Seelische Kämpfe gehabt, als meine gesunde Tochter mit 6 Jahren schon zum Reitunterricht wollte und umbedingt ihr eigenes Pferd haben wollte. Als sie 7 Jahre war haben wir (mit schweren Herzen) den Reitunterricht zugelassen. Sie ist auf dem Land schon zig mal vom Pferd runtergefallen, einmal ist Pferd mit ihr schrecklich ausgerasst. Aber sie gab nicht nach, sie wollte weiter reiten. Mit 9 holten wir ein Plegepferd, das sie bis heute reitet.
Es hat sich fuer unsere Tochter so positiv ausgewirkt, das wir es zugelassen haben. Sie entwickelt sich zu einem verantwortungsvollen, selbstbewussten und willensstarken Mädchen.
Ich bin dankbar, das ich es geschaft habe, ihr reiten zu lassen. Obzwar ich jedes mal neu hoffe, das kein Unglück passiert. Auch jetzt mit sie mit dem Pferd auf der Strasse und reitet gemeinsam mit anderen Reiterinen.
Geschwisterkinder sich gesund entfalten zu lassen, sie loslassen, ist schwer, aber es lohnt sich. (Obzwar ich jedes Mal neu darauf warte, sie gesund nach zu Hause kommen zu sehen.)
Liebe Gruesse