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Der kalte Himmel (1) Zweiteiliger Spielfilm

Volker 29.12.2010, 21:49#1
Am 03.01. und 04.01.2011 jeweils 20:15 Uhr (Wiederholungen immer am Folgetag vormittags) wird im ARD der Zweiteiler "Der kalte Himmel" gesendet. Es geht um die Geschichte eines "Asperger Autisten" aus der Holledau.

Der kalte Himmel (1)

© ARD
Länge: 90 Minuten

Zweiteiliger Spielfilm Deutschland 2011

Personen:
Marie Moosbacher Christine Neubauer
Felix Moosbacher Eric Hermann / Marc Hermann
Paul Moosbacher Marcus Mittermeier
Dr. Niklas Cromer Tim Bergmann
Alex Brunner Natascha Paulick
Elisabeth Moosbacher Monika Baumgartner
Xaver Moosbacher Wolfgang Hübsch
Max Moosbacher Leopold Nüßl
Lena Moosbacher Joelle Rose Kleber
Sepp Birninger Matthias Kupfer
Pfarrer Huber Heinz-Josef Braun
Rektor Meyer Michael Lerchenberg
Psychiater Dietrich Hollinderbäumer
Franzl Schenkhofer Alexander Held
und andere

Musik: Dieter Schleip
Kamera: Stefan Unterberger
Buch: Andrea Stoll
Regie: Johannes Fabrick
Laufzeit: 90 Min.

Felix war nie wie andere Kinder. Auf seine Weise ist der geistesabwesend wirkende Junge hochintelligent. Doch sein Vater, ein Hopfenbauer, schämt sich für den missratenen Buben, der nicht gehorcht und überall Chaos anrichtet. Auf Geheiß des Rektors will er den Sechsjährigen auf die Hilfsschule schicken. Nur seine Mutter Marie weiß, dass Felix nicht zurückgeblieben ist. Die einfache Bäuerin nimmt größte Mühen auf sich, um ihren Sohn psychologisch untersuchen zu lassen. Der aufgeschlossene Facharzt Niklas Cromer will Felix helfen, doch dafür müssen Mutter und Sohn ins ferne Berlin, was für Marie Mitte der 60er Jahre einer Weltreise gleichkommt.
Das sensible Drama über den Leidensweg einer tapferen Mutter und ihren autistischen Sohn ist glänzend besetzt mit Christine Neubauer und den Zwillingen Marc und Eric Hermann in der Rolle des kleinen Felix. Für den aufwendigen Zweiteiler standen zudem Michael Lerchenberg, Heinz-Josef Braun, Dietrich Hollinderbäumer, Natascha Paulick, Monika Baumgartner und Tim Bergmann vor der Kamera.
*
Hallertau, 1967. Der sechsjährige Felix (gespielt von den Zwillingen Marc und Eric Hermann), Sohn des einfachen Hopfenbauers Paul (Marcus Mittermeier), ist ein introvertierter Einzelgänger. Allein für sich lauscht er dem Radio und kennt alle Wetterberichte des vergangenen Jahres auswendig. Kaum jemand ahnt, dass der Sonderling auf seine Weise hochintelligent ist: Felix hat eine große Vorliebe für Zahlen, kann blitzschnell kopfrechnen, obwohl es ihm niemand beibrachte. Bei seiner Einschulung scheitert er jedoch an den einfachsten Aufgaben. Er kann nicht still sitzen und versteht nicht, was die Lehrerin von ihm will. In den Augen anderer Eltern ist er schlecht erzogen, der Rektor (Michael Lerchenberg) will ihn auf die Hilfsschule schicken, die abergläubische Großmutter (Monika Baumgartner) organisiert mit dem Dorfpfarrer (Heinz-Josef Braun) gar eine Teufelsaustreibung. Allein seine Mutter Marie (Christine Neubauer) stemmt sich gegen diese Wand der Ablehnung, denn sie ahnt, dass ihr Felix weder besessen noch schwachsinnig ist. Ermutigt von der neuen Kantorin Alex (Natascha Paulick), mit der ein Vorbote der Studentenrevolte in den verschlafenen Ort kommt, lässt sie ihren Sohn von einem Münchener Spezialisten untersuchen. Doch der rückständige Psychiater (Dietrich Hollinderbäumer) präsentiert Felix seinen Studenten als Paradebeispiel für „frühkindliche Schizophrenie". Maries letzte Hoffnung ist der junge Kinderpsychiater Niklas Cromer (Tim Bergmann). Trotz großer Bedenken ihres Mannes, der sich für den Hof finanziell übernommen hat, reist Marie nach Berlin, wo der idealistische Facharzt das rätselhafte Verhalten des Jungen genauer untersuchen will.
In diesem zweiteiligen Drama kämpft Christine Neubauer als verzweifelte Mutter um das Schicksal ihres Kindes. Mit bewundernswerter Intensität spielen die Zwillinge Marc und Eric Hermann abwechselnd den kleinen Felix, der am sogenannten Asperger-Syndrom leidet, einer Form von Autismus. Johannes Fabrick lässt den Zuschauer durch die Augen des kleinen Mathematikgenies blicken, das die Welt als kompliziertes Muster aus Zahlen und Rhythmen erlebt. Atmosphärisch stimmig rekonstruiert der Regisseur von „Der Seerosenteich" die Stimmung in einem bayerischen Dorf der 60er Jahre. Marcus Mittermeier, Heinz-Josef Braun, Alexander Held, Michael Lerchenberg und Dietrich Hollinderbäumer als selbstgefälliger Seelendoktor verkörpern überzeugend die typischen Repräsentanten der späten 60er. Für den Aufbruch der Studentenrevolte stehen Natascha Paulick als rebellische Kantorin und Tim Bergmann in der Rolle des aufgeschlossenen Psychiaters mit neuen Ideen. Teil 2 folgt am 4. Januar.
Franconia 29.12.2010, 23:23#2
AW: Der kalte Himmel (1) Zweiteiliger Spielfilm

Das klingt interessant.
Ich werde mir den Film mal merken!
miau 05.01.2011, 19:23#3
AW: Der kalte Himmel (1) Zweiteiliger Spielfilm

der Film war äußerst interessant anzusehen. Was für uns heute geläufig ist, dafzu bedurfte es Vorkämper und -innen. Ohne den jungen Arzt wäre die Mutter alleine dagestanden. Durch ihn und seine neue Sicht konnte vieles in der Gesetzgebung und privat verändert werden.

Und wie sieht es heute aus?
Integration heißt es überall. Bei uns stehen in der Zeitung große Artikel, dass die (leichter) Behinderten jetzt in die normale Regelschule mit gehen. Im Gegenzug dazu werden die Schwerst-Behinderten weiterhin in so mancher Einrichtung für sich in Klassen zugewiesen. Dort findet also keine Integration statt. Aber wenn ich jetzt nach dem Film gehe, für was brauche ich eigentlich die Integration? Der kleine Felix hätte in einer normalen Klasse durchaus eine Chance gehabt, wenn die Lehrer und der Rektor anders mit ihm umgegangen wären.

Das ging aber nicht, weil damals waren die Menschen noch ehrlich und sagten frei heraus, dass sie so einen Felix nicht bei sich in der Klasse haben möchten. Heute sind Eltern ganz stolz auf sich, wenn sie so sozial eingestellt sind, dass Integration möglich wird. Irgendwie sind sie genau am anderen Pol angelangt. So zwischendrin etwas das gibt es nicht, was ein normaler Umgang mit den gesunden wie behinderten Menschen wäre.

lg Micha
Betroffene 14.01.2011, 14:35#4
AW: Der kalte Himmel (1) Zweiteiliger Spielfilm

Dieser Film zeigt die wahre Problematik, wie es ist wenn man ein authistisches Kind hat(Asperg).
Einrichtungen für diese Kinder, sind in Deutschland ganz wenige vorhanden-z.B. für 2- 5jährige. Ganz zu schweigen von dem Problem, was macht man wenn dieses Kind in eine Schule soll???

In Kindergärten werden solche Kinder nicht geduldet, die stören die anderen Kinder, gehören nicht dazu. Eltern von anderen Kindern, wollen nicht dass ihr Kind mit einem Behinderten zusammen ist. Beschweren sich!!! Das Kind muss heraus aus dem kindergarten, eine Tagesmutter(teuer) wird gesucht, aber es ist nicht die Lösung für dieses Kind mit Authismus.
Kirsten 14.01.2011, 17:03#5
AW: Der kalte Himmel (1) Zweiteiliger Spielfilm

Hallo liebe Betroffene Mutter,

hier lesen ganz viele Mitnutzer von deinem Problem und wissen um der Problematik und Ausgrenzung, wie du sie erlebst bzw. schilderst.
Darum bist du hier mit deinem Problemauch an der richtigen Stelle, glaube mir. Hier kommen viele Tipps, Erfahrungsberichte gerade auch von Eltern, Mütter autistischer Kinder. Der Bundesverband der Autisten ist sehr aktiv und Tagesförderstätten für Autisten entstehen hier und dort. Unser Bezirk in Unterfranken zeigt sich da ganz offen und aufgeschlossen. Man könnte viel mehr tun, wenn die Gelder mehr vorhanden wären.

Lass andere Eltern denken, was sie wollen. Heute ist bei der Einschulung schon fast jedes 2. Kind mehr oder weniger auffällig, bzw. therapiebedürftig.

Vielleicht hast du schon von dem Wort Inklusion gehört? Momentan werden Kinder, wie du es beschreibst gerne aussortiert. Später würde man sie wieder integrieren. Der Begriff Inklusion würde bedeuten, auch Kinder wie deines sind mitten drin und niemand sollte sich dagegen aufbegehren.

Es wird ein langer Weg werden. Trau dich einfach fest zu uns. Hier wird dir bestimmt ein wenig geholfen. Zumindest wirst du zu viel mehr Selbstvertrauen kommen und dann auch den Mut gefestigt haben zu sagen, mein Kind gehört dazu!!

Liebe Grüße
Kirsten
miau 14.01.2011, 19:03#6
AW: Der kalte Himmel (1) Zweiteiliger Spielfilm
Zitat von Betroffene
In Kindergärten werden solche Kinder nicht geduldet, die stören die anderen Kinder, gehören nicht dazu. Eltern von anderen Kindern, wollen nicht dass ihr Kind mit einem Behinderten zusammen ist. Beschweren sich!!! Das Kind muss heraus aus dem kindergarten, eine Tagesmutter(teuer) wird gesucht, aber es ist nicht die Lösung für dieses Kind mit Authismus.

Hallo Betroffene,

tja, so ist es in der "modernen, aufgeschlossenen" Gesellschaft. Nach außen hin tun die Menschen so, dass ihnen ein Behinderter nichts ausmacht und in Wirklichkeit wollen sie ihn weghaben. Traurig. :-(

Vom Autistenverband hatte ich mir vor Jahren mal eine ausführliche Info-Broschüre bestellt. @Kristen hat davon ja schon geschrieben.

Ich wünsche dir viel Kraft und dass du einen Platz für dein Kind findest.
Alles Gute, Micha