15. November 2010 - 0.15 Uhr im ZDF
Das kleine Fernsehspiel
"Wärst du lieber tot?"
Dokumentarisches Plädoyer für das Leben
Lieber tot als behindert? Berührend ehrlich stellen sich schwerkranke Menschen der Titelfrage des Filmes. Christina Seeland begleitet in ihrem Debütfilm sechs Schwerstbehinderte.
Quelle und kompletter Text:
ZDFAW: 15.11. ZDF: Wärst du lieber tot?
diese Frage musste ich mir stellen, als meine Tochter noch gar nicht lange lebte. Meine Schwiegermutter erzählte immer davon, dass früher diese Menschen vergast worden wären. Das hieß für mich, ihr wäre es lieber, wenn meine Tochter, ihre Enkelin, tot wäre. Es war eine lange Zeit der Auseinandersetzung mit diesem Thema.
Und selbst heute ist dieses Thema noch aktuell, da ständig in den Medien von Abtreibungen behinderter Kind spricht und dies auch getan wird.
Vielleicht sollte man die Frage anders stellen:
wie viele Menschen der heute Behinderten wäre überhaupt noch ohne die moderne Medizin am Leben?
Meine Tochter ganz sicher. Also ist es Schicksal, dass sie lebt.
Wäre sie ein Tier, wäre sie schon lange umgebracht worden. Mein Vater hatte mal einen Hund mit drei Beinen. Alle Jagdkollegen rieten ihm ihn einzuschläfern. Er tat es nicht.
Fazit:
Kranke Menschen, egal wie, mögen die Menschen nicht haben, außer sie sind weggesperrt und "unter sich".
Schade, dass der TV-Beitrag erst so spät kommt.
lg Micha
AW: 15.11. ZDF: Wärst du lieber tot?
Hallo zusammen,
hier ein passender Text von Robert Antretter:
[...] Auch wenn im Einzelfall der Wunsch, nicht mehr weiter leben zu wollen, nachvollziehbar ist, muss doch bedacht werden, dass es hochproblematisch ist, lebenserhaltende Maßnahmen wie zum Beispiel die künstliche Ernährung eines kranken Menschen einzustellen – etwa dann, wenn er lange Zeit nicht mehr bei Bewusstsein ist. Man nennt sie „Wach-Koma-Patienten. Es besteht die Gefahr, dass zum Zwecke vermeintlicher Verminderung von Leid über Leben und Tod entschieden wird. Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, dass hierbei auch dem Wert des Lebens Kosten gegenüber gestellt werden, das dieses Leben verursacht. Man nennt das Kosten-Nutzen- Analyse. Und sie kann für alte, demente und behinderte Menschen gefährlich werden. Deswegen wehren wir uns gegen die Erlaubnis von Sterbehilfe – auch weil Missbräuche niemals ausgeschlossen werden können. Die Euthanasie, von der ich vorhin gesprochen habe, hatte diesen Hintergrund. Man wollte nicht nur den behinderten Menschen Leid ersparen, sondern die Gesellschaft auch von diesen so genannten, beleidigend so genannten „Ballast-Existenzen“ befreien. Ein bekannter Philosoph, Theodor Adorno, hat gesagt, dass immer möglich ist, was einmal möglich war. Und deswegen müssen wir hier aufpassen und unser Wächteramt ausüben! [...]
Quelle und kompletter Text:
Aus der Geschichte lernen – von der Euthanasie zur UN-KonventionAW: 15.11. ZDF: Wärst du lieber tot?
Hallo Inge,
danke für den Text - ich teile genau diese Befürchtungen!
Ich habe in meiner Patientenverfügung vermerkt, dass ich nicht aufgrund einer Kosten-Nutzen-Analyse im Fall eines (Wach)komas "sanft verhungert" gelassen werde.
Sprich: bei mir steht klar und deutlich drinnen, dass ich auch im Falle eines (Wach)komas weiter ernährt werden will.
AW: 15.11. ZDF: Wärst du lieber tot?
Ich habe das bei meinem Vater erlebt, als er so dahin vegetierte und ich wußte, dass er das nicht gewollt hätte. Er hat immer gesagt, vor dem Tod habe ich keine angst, nur vor dem Sterben. Ich war meinen Kollegen dankbar, als sie mir sagten, dass sie die Reanimation nach 90 Minuten (!) abgebrochen haben.
Viele Grüße
Auguste