AW: Behinderter Schüler als Gefahr
Hallo Sanne,
einerseits ein erschütternder Artikel, andererseits zeigt er auch ganz deutlich auf, dass es auch für uns Eltern von behinderten Kindern wichtig ist, den "Rundumblick" zu behalten.
Damit meine ich, dass wir Eltern von behinderten Kindern sehr wohl auch in einer Verantwortungspflicht stehen - es kann nicht jede Attacke, jedes Fehlverhalten, jeder Übergriff eines geistig behinderten Kindes mit der Behinderung entschuldigt werden und es kann nicht ständig erwartet werden, dass Kinder mit derartigen Auffälligkeiten "mit offenen Armen" empfangen werden.
Ich weiss sehr, sehr gut von was ich da schreibe - unsere Kleine hatte auch enorme "Aussetzer", wenn man es mal niedlich ausdrücken möchte.
Sie hat auch schon Mitmenschen angegriffen und attackiert und ich danke der Pharmaindustrie (!!), dass es entsprechende Möglichkeiten der Medikation gibt, die dieses Verhalten eindämmen (und absolut nicht "sedieren" - das angebliche "Sedieren" ist in meinen Augen oft ein Fehlglaube, der auch gerne als Totschlagargument gegen die Medikation benutzt wird).
Es kann nicht angehen, dass wir Eltern von behinderten Kindern, die derartige Auffälligkeiten an den Tag legen, von "der Gesellschaft" unendliche Toleranz erwarten.
Genauso wie unsere behinderten Kinder ein Recht auf Menschenwürde haben, genauso haben auch gesunde Kinder ein Recht darauf.
Ich denke, genau das könnte bei diesen Vorfällen eine Rolle gespielt haben - eine Art "Zwangsintegration".
Dabei bedeutet "Integration" für mich in erster Linie die Akzeptanz im Elternhaus - die Behinderung eines Kindes auch im eigenen Herzen zu integrieren und zu akzeptieren, dass es eben nicht "die selben Chancen" haben wird wie ein gesundes Kind.
Das ist für mich der erste Schritt zur Integration.
Ein weiterer Schritt in meinen Augen ist die Integration der Schulen für geistig behinderte Kinder.
Schulen für geistig behinderte Kinder sollten für uns Eltern eigentlich nicht "mehr" und nicht "weniger" wert sein, als ein Gymnasium.
Ich verurteile jedenfalls keinen, der die Ansicht vertritt, dass das benannte Kind auf eine andere Schule wechseln sollte.
AW: Behinderter Schüler als Gefahr
Hallo zusammen,
das ist - mal wieder

- ein schwieriges Thema...
Körperliche Übergriffe gibt es unter Kindern leider in unterschiedlicher Ausprägung immer wieder. Es bleibt für mich auch fraglich, ob in dem geschilderten Fall der Autismus überhaupt die Ursache für die Übergriffe ist, oder ob es Mobbing von Seiten der anderen Schüler war, wer wen zuerst angegriffen hat, und wie die Situation an der Schule überhaupt ist (in Bezug auf Gewalt, in Bezug auf die Klassenstärken...).
Aber noch vorher stellt sich bei einem eventuellen Wechsel an eine Förderschule für mich persönlich die wichtigste Frage, wer die dortigen Kinder schützen sollte, denn diese sind gewalttätigen Übergriffen gegenüber häufig
völlig wehrlos.
Mit dem richtigen Medikament in der richtigen Dosis kann den betroffenen Menschen selbst und ihrer Umgebung allerdings auch sehr oft geholfen werden - so, wie Claudia es bei ihrer Tochter beschreibt. Und häufig "entschärfen" diese Medikamente Grenzsituationen und machen eine Verhaltenstherapie erst möglich.
Allerdings sehe ich Medikamente als Notlösung an, wenn andere Maßnahmen nicht greifen. Die weiße Fahne sozusagen

AW: Behinderter Schüler als Gefahr
das ist - mal wieder - ein schwieriges Thema...
....aber ein sehr wichtiges, finde ich

.
AW: Behinderter Schüler als Gefahr
Hallo,
zuerst einmal finde ich den Rektor toll. Eigentlich, wenn die Schule dahinter steht, haben Schüler, die von der gewünschten "Normalität" abweichen überhaupt eine Chance, Rechte nicht nur zu haben, sondern eine Voraussetzung geboten zu bekommen, diese Gesetze auch umsetzen zu können.
Dann denke ich auch an meine eigene Schulzeit zurück. Ich war eine "neigeplackte", also ein Kind von Zugezogenen, die auch noch DDR-Flüchtlinge waren. Ich wurde auch gemoppt, auf dem Nachhauseweg auch schon mal abgefangen und bin verprügelt worden. Meine Eltern haben da aber nichts von mitbekommen. Ich schreibe es auch nur, weil ich aufzeigen möchte, dass es auch schon in den 60 ziger Jahren Gewalt und Mobbing (in diesem Fall unter Mädchen) an Schulen gab. Damals waren es die Flüchtlingskinder, dann kamen die Ausländer und heute sind es die Schüler mit Behinderungen, die ihr ganz legales Recht ausleben möchten.
Die Schüler des beschriebenen Gymnasiums wären in meinen Augen alle "unnormal", hätten sie den Schüler, welcher vielleicht sogar schon als "behindert" vorgestellt wurde, einfach so in ihre Gemeinschaft aufgenommen.
Ich finde, dass der/ein Schüler, wenn er die Eignung fürs Gymnasium hat, sehr wohl auch ein solches besuchen kann. Das Umfeld muss darauf vorbereitet sein und entsprechendes Personal, auch mit erhöhtem Stundenanteil muss gestellt werden.
Ein Schulbegleiter ist nicht immer an der Seite. In einem Bericht konnte ich heute z.B. lesen, dass ein zuständiger Bezirk nur bei Besuch der Pflichtfächer den Schulbegleiter bezahlt. Bei Wahlkursen fühlt er sich für die Kostenübernahme nicht zuständig.
Was nun wirklich an der Schule vorfällt, oder vorgefallen ist, warum und wieso ist nur vom Lesen des Artikels nicht völlig nachzuvollziehen.
Fakt ist für mich aber auch, dass auf keinen Fall Inklusion (wobei hier eigentlich ein Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten aber normaler Intelligenz sein Schulrecht ausübt) zu Lasten der Kinder/Jugendlichen Schüler gehen darf. Alles sollen sich wohlfühlen und alle sollen die gleichen Rechte haben.
Gruss Lazarus
AW: Behinderter Schüler als Gefahr
Hallo zusammen,
es gibt einen offenen Brief des Rektors vom 3. Oktober:
[...] Ebenso schwierig ist es momentan, abzuschätzen, wie es weiter gehen wird. Den Runden Tisch mit Vertretern aller beteiligten Konfliktparteien habe ich als kleinen, aber immerhin als einen Schritt in Richtung einer gemeinsamen dialogischen Problemlösung erfahren. Dieser Weg ist ohne Alternative. Gehen wir ihn nicht, werden alle Beteiligten verlieren, können wir ihn erfolgreich weiter beschreiten, werden alle Beteiligten gewinnen. Viele innerhalb und außerhalb unserer Schule sind bereit, sich für eine tragfähige Lösung zu engagieren. Uns eint die Überzeugung, dass alle Kinder in der Klasse unsere Anstrengungen verdient haben. Die ersten gemeinsam beratenen Lösungsansätze zur Pausenregelung, zum Schulbegleiter, zur Unterstützung durch die schulpsychologische Beratungsstelle konnten bereits in die Tat umgesetzt werden. Ein zweiter Runder Tisch wurde terminiert. [...]
Quelle und kompletter Text:
Offener Brief