Wir haben eine Tochter, die gerade 18 Jahre alt geworden ist. Bei ihr wurde vor knapp 16 Jahren kindlicher Autismus diagnostiziert. Sie ist in ihrer Entwicklung weit zurück, auch wenn sie in den vergangen Jahren gute Fortschritte gemacht hat. Nun arbeitet sie seit kurzer Zeit in einer Behindertenwerkstatt. Nächstes bzw. übernächstes Jahr wird sie ins Betreute Wohnen übergehen und freut sich darauf. Wir haben sie immer zur Selbständigkeit erzogen, was uns gut gelungen ist. Nun waren wir vor wenigen Tagen bei der Frauenärztin und haben uns über Verhütungsmaßnahmen informiert. Die 3-Monatsspritze kommt aufgrund der Nebenwirkungen nicht zum Tragen, die Pille, ein Leben mit Hormonen? Außerdem gegen AIDS, das darf man auch nicht außer acht lassen, schützt die nicht. Hier wäre ein Kondom die beste Alternative. Aber fragt sich, ob sie dann auch daran denkt. Momentan sehen wir wenig Gefahr für "Liebe", aber wenn sie erstmal im Betreuten Wohnen ist, ist das so eine Sache. Wer hat Erfahrung zu diesem Thema und kann Rat geben?
du schreibst über die Pille.... ein Leben mit Hormonen.. ? Die Nebenwirkungen dieser Hormone wirken auf fast jede Frau unterschiedlich, so das es das sinnvollste ist, sie eine Zeitlang zu testen. Damit wäre die Schwangerschaftsverhütung geregelt, wenn es wegen der Nebenwirkungen keine großen Probleme gibt.
Was den Schutz vor Aids betrifft, so hilft ein Kondom besonders bei Behinderten nur wenig. Nicht wenige Eltern sagen ihren Behinderten nachkommen zum Thema Sex, hier mal ganz plump gesagt, das sie zwar keinen Sex haben, sie sich aber richtig lieb... so mit allem drum und dran, Küssen könnten. Was nützt aber das "dickste Kondom" mit dem besten Schutz vor Aids, wenn der Austauch von Körperflüssigkeiten, über den Aids übertragen wird, am anderen Ende stattfindet ? So gesehen macht es wenig Sinn, sich darüber zu viele Gedanken zu machen, denn wenn man damit anfängt darf men Behinderten hinterher kaum noch Körperkontakt zu anderen erlauben. Wenn ein Bewohner einer WG Aids hat, ist es eine Aufgabe des Personals für die Sicherheit der anderen zu sorgen.
Helmut Vater von Sonja, 20 J. alt, nach einer schweren
Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber noch auf
den Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehör-
los, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.
