Hallo zusammen,
vielleicht betrifft das einige von Euch ja auch?
vielleicht betrifft das einige von Euch ja auch?
Text der PetitionMitzeichnung ist nach einer Registrierung möglich auf der HP des Bundestages
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich Sie zu einer Neuberechnung der nötigen Verhältniszahlen von Psychotherapeut je Einwohner auffordern.
Begründung
Mit Besorgnis nehme ich zur Kenntnis, dass eine Umsetzung des geplanten GKV-Versorgungsstrukturgesetzes zu einer Reduktion der psychotherapeutischen Kassensitze um bis zu 30%, in Deutschland führen kann. Laut Bedarfsplanung ist Deutschland insgesamt mit Psychotherapeuten überversorgt. Faktisch ist es jedoch so, dass selbst in Städten mit einer deutlichen rechnerischen Überversorgung noch immer Wartezeiten von mehreren Wochen bis einigen Monaten bestehen. Ein Zustand, der für die Erkrankten als unzumutbar anzusehen ist.
Während verschiedene Studien der Gesetzlichen Krankenkassen und der Psychotherapeutenkammer darauf hinweisen, dass die Anzahl von Personen, die psychotherapeutischer Hilfe bedürfen, zunimmt und es Aufgrund der Unterversorgung zu einem kontinuierlichen Anstieg der Arbeitsunfähigkeit und Frühberentungen aufgrund von psychischen Erkrankungen kommt, soll nun das bereits jetzt unzureichende Angebot von Psychotherapeuten mit Kassensitz reduziert werden.
Die aus den Praxisschließungen vermeintlich entstehenden Einsparungen werden schnell durch die Folgekosten zunichte gemacht werden. Hierzu gehören vermehrte, mit hohen Kosten verbundene stationäre Aufenthalte von Betroffenen in psychiatrischen Kliniken, eine unnötige, die spätere Behandlung verkomplizierende Chronifizierung von Erkrankungen und nicht zuletzt hohe volkswirtschaftliche Kosten als Folge von Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung.
Die rechnerische Überversorgung mit psychotherapeutischen Leistungen in vielen deutschen Städten geht auf die 1993 eingeführte Bedarfsplanung für Ärzte sowie die 1999 recht willkürlich festgelegte Höchstgrenze für Psychotherapeuten zurück, die sich bereits bei ihrer Einführung nicht am tatsächlichen Bedarf orientierte und deutlich zu niedrig angesetzt war. D.h. eine an der Morbidität der Gesellschaft gemessene Bedarfsplanung hat es nie gegeben. Hinzu kommt der bereits oben erwähnte deutliche Anstieg der psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren, der die Situation zusätzlich verschärfte und zu einem weiteren Anstieg der Wartezeiten für eine psychotherapeutische Behandlung führte.
Ich fordere daher eine Neuberechnung der Verhältniszahlen von Psychotherapeut je Einwohner. Hierbei sollte die tatsächliche Häufigkeit von Krankheiten (Morbidität) als Grundlage für die Bedarfsplanung herangezogen werden.
